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Übers Wochenende habe ich mal in meine Diasammlung reingeschaut und dieses Bild gefunden. Ich hatte es vor Jahrzehnten mal von einem Foto abfotografiert und jetzt noch mal umfotografiert. Es muss ein Bild sein von einer der Jagdgesellschaften von Schäfers aus Rohnstadt aus den 30er Jahren sein. Alles noch Low-Tech und ’nachhaltig‘. Kein Kunststoff, keine Goretex. Lederstiefel, Manchestercord, Loden, Flinten und Drillinge aus Stahl mit Holzschäften, keine Zielfernrohre, ….

Es war nicht gut, die WebSite www.jagd-hund-natur.de mit anderen zu kombinieren. Deshalb richte ich sie wieder separat ein. Wolfgang Heller, Mai 2024


Ganz schön lange her. Als ich 1980ern die Hälfte eines Reviers im Hintertaunus pachten konnte, hieß es auch bald schon, Kitze retten. Drohnen und andere Technik waren damals noch kein Thema. Die Bauern waren im Boot und riefen abends vor der Mahd an. Da blieb Zeit genug, die vorbereiteten Papiersäcke auf Stangen zu stecken und diese über die Wiese zu verteilen. Vorbeugend suchten wir aber auch andere Wiesen ab, die kurz vor den Mahd standen. Dabei hatte ich takräftige Hilfe: Meinen Vater, auf dem Bild links, und Franz Frühwirth, im Dorf genannt der Hasenfranz, ein überaus erfahrener Naturgänger, der über die Jahre zu einem guten Freund und Ratgeber wurde. Wolfgang Heller, Mai 2024

Kitze retten

Dieser Tage fuhren wir auf der Landstraße nach Wetzlar entlang, als wir in einem weitläufigen Feldrevier eine Gruppe Frauen und Männer sah, die eine Wiese nach Kitzen absichten. Eigentliuch war es grotesk. Auf der einen Seite das Engagement und der gute Wille, auf der anderen Seite eine Suche bei strömendem Regen. Kein Bauer käme auf die die Idee, bei solch einem Wetter eine Wiese zu mähen. Das ist das Problem bei langfristigen Planungen. Da passen Einsatz, Wetter und die landwirtschaftliche Arbeit oft nicht zusammen. Ich habe oben schon geschrieben: Es reicht, wenn der Bauer am Abend zuvor die Mahd für den nächsten Tag ankündigt.

Stäbe mit Säcken oder Tüchern helfen erfolgreich, Kitze vor dem Mähtod zu retten.

Wer dann ein wenig vorgesorgt hat und eine Reihe von Pflöcken oder noch besser Weidezaunstäbe im Auto oder nahe den fraglichen Wiesenschlägen deponiert hat, kann dann raus ins Revier fahren und die Stäbe samt drübergehängter Tüte in der Wiese aufstellen. Am besten in der Mitte mehr, am Rand weniger, damit sich Kitz und Ricke nicht in die Mitte der Wiese zurückziehen.

Im Idealfall ist man dann am Tag der Mahd darußen und sucht die Wiese noch einmal grob ab und sammelt dabei auch die Stäbe mit den Tüten ein. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und sehr wenige Kitze auf den markierten Wiesen verloren.

Drohnen mit Wärmebildkameras sind heute eine interessante Alternative. Das Problem dabei: Stehen sie auch samt Pilot am Tag der Mahd zur Verfügung? Da würde ich mich jetzt nicht so darauf verlassen. Ich sehe aber die Möglichkeit, in den Tagen vor der Mahd die Wiesen abzufliegen und abzufilmen und dann zu Hause am Monitor die Wiese auf Pfade, platte Stellen und Hochgras abzusuchen. Das kann schon sehr hilfreich sein, um die Suche zumindest einzuengen.

Am allerwichtigsten aber ist es, auf das Weter zu achten. Wie oben beschrieben, mähen Bauern bei Regen nicht. Auch nicht, wenn ein Regengebiet ins Haus steht. Sie mähen in der Regel erst, wenn 3-4 Tage trockenes und sonniges Wetter angekündigt ist. Dann heißt es aufmeksam zu sein. Abends Fähnchen stellen und die Wiese absuchen. Dabei kann unser Hund kaum helfen. Die Kitze sondern in ihren tiefen Löchern im Hochgras kaum Duft ab. Meine Hunde sind immer wieder an den Lagerplätzen vorbeigelaufen. Da war ich mit den Augen und dem Blick auf Löcher und Liegestellen im hohen Gras erfolgreicher.

Wenn man Fähnchen aufstellt, können die erfolgeich ein paar Tage stehenbleiben. Macht sich aber ein Schlechtwettergebiet breit, ist es ratsam, die Fähnchen wieder einzusammeln und am Vorabend des nächsten Warmwetters neu aufzustellen.

Insgesamt sind wir mit diesem Mix von Verfahren recht gut über den Mai gekommen. Im Juni ist dann das Gras von Regen, Wind und vom Eigengewicht meist schon ein wenig platt gedrückt, so dass die dann auch schon größeren und flüchtigren Kitze leichter vom Mäher aus gesehen werden und vor allem auch schon flüchten können.

Jagd

Nach und nach richte ich diesen Teil der WebSite übers neue Jagdjahr ein.

Ich habe zu meinen Ansitzen niemals eine Kamera mitgenommen. Die hätte mich und das Wild beim Ansitz nur gestört. Alle Bilder sind bei kleinen Reviergängen entstanden und entstehen demnächst auch wieder im Weilburger Tierpark. Da stört Fotografieren nicht.

Meine Kanzeln

In meinem ersten Revier, das ich 1980 pachten konnte, waren die Kanzeln schon gebaut und auch in ‚jagdbarem‘ Zustand. Ich konnte mich darauf beschränken, die eine und andere Sprosse und Strebe auszutauschen. Mehr brauchte es nicht. Wir hatten damals das Revier von zwei Journalisten des ‚JÄGER-Magazins übernommen, die nach kurzer Zwischenpacht merkten, dass ein revier, so weit vom eigenen Levbensmittelpunkt, nur sehr schwer und wenig erfolgreich zu bejagen ist. Sie selbst hatten die Sitze von ihrem Vorpächter übernommen, der die Jagd aus Altersgründen abgegeben hatte. Was ich aber dann doch noch dazu baute, waren etliche Ansitzleitern.

Meine Taunuskanzel – im Feld oben über dem Weiltal und dem Leistenbachtal stand die Taunuskanzel. Ich habe sie, renovierungsbedürftig von den Vorpächtern übnernommen. Renoviert und mit neuen Leitersprossen war sie über eine ganze Pachtperiode meine wichtigste Kanzel. Sie war gut zu erreichen, 1,80 m breit, gut, um darauf übernachten und frühmorgens wieder ansitzen zu können.

Der Bohnenstangensitz hat seinen Namen von den im oberen Bereich für eine Kanzel sehr dünn zulaufenden Standstangen. Mit 25 Sprossen hatte er eine Bodenhöhe von um die 7,50 Meter und bot eine wunderbare Aussicht über weite Teile des Feldes. Am Bohnenstangensitz habe ich gelernt, dass es keine superdicken Hochsitzstangen braucht. Mittelstarke Hölzer, statisch gut vernagelt, erfüllen den gleichen Zweck.

Der Bohnenstangensitz hatte es auch immer wieder Wespen und Hornissen angetan. So manchen Schuss musste ich mir im Sommer, wenn die Wespen oder die Hornissen abends und nachts aktiv waren, verkneifen, um nicht einen Sturmangriff auszulösen. Es war immer wieder faszinierend, wenn die Hornissen über die ganze Nacht hinweg von draußen kommend an meiner Nase vorbei zu ihrem Nest flogen. Nicht ein einziges Mal bon ich gestochen worden. Da lernt man, sich kontrolliert und ruhig zu bewegen.

Die Himmelsleiter wurde gebaut, als der Wald hinter der Kanzel noch eine niedrige Schonung war. Die Ursprüngliche Kanzel war sogar noch ein Stück höher. Auch wenn der Standplatz der Himmelsleiter schon ein wneig überholt war, entschlossen wir uns, wohl aus Pietät, die Kanzel noch einmal neu aufzubauen. Es war ein wunderschöner Bautag mit Kanzlbau, Grill und einem Kasten Bier. Gebracht hat die Kanzel aber wenig. Auch wenn sie jagdlich wenig Erfolg brachte, habe ich gerne auf ihr angesessen. Hoch über dem BodenMitten drin zwischen zwei Waldabteilungen. Frei wie ein Vogel.

Die Eichenkanzel war mein höchster Sitz. Hoch in die Äste einer Eiche hineingebaut. Über 30 Sprossen, also an die 10 Meter Bodenhöhe. Und obendrauf eine 1,20 x 1,20 m große Fertigkanzel aus Profilbrettern und innen einer Geräuschdämmung mit Holzfaserplatten. Sie stand direkt am Rand einer Blöße, auf die im Juli und im August abends die Hirsche ziemlich pünktlich um 8 Uhr austraten. Ein großartiger Anblick, wenn mit der untergehenden Sonnen auf einmal 13, 14, 15 Basthirsche aller Kaliber ohne ein Geräusch aus den jungene Fichten traten. Ich war anfangs noch so gefangen, dass ich noch gar nicht an Jagd dachte, obwohl wir je einen Hirsch der verschiedenen Klassen frei hatten. Als ich dann doch einen von ihnen erlegen wollte, waren sie verschwunden. Alle rüber in die weiten Wälder auf der anderen Weilseite zur beginnenden Brunft. Im zweiten Jahr sollte ich aber meine Chancen bekommen.

Hund

Finni war ein Second-hand-Hund. Seine Besitzerfamilie war mit ihm überfordert. Ich hatte ein großes Revier. So kam es, dass Finni bei uns einzog. Ein herzensguter und liebenswürdiger Hund. Aber ein übler Hetzer. Eigentlich machte er ja nur das, wofür er in seiner Heimat gezüchtet wurde: Wild in den endlosen Weiten Finnlands aufzuspüren und zu brackieren. Dafür waren meine 700 ha aber zu klein.So brachte ich an die 2 Jahre, um aus einem Stromer einen Hund zu machen, der mich dann auch unangeleint im Revier begleitete. Mit ihm war ich so manche Nacht in den Maisschlägen meines Reviers unterwegs, um die Sauen im Mais aufzuspüren und aus dem Mais herauszutreiben. Wie oft standen wir dabei mitten in den Rotten. Rundum knackte, schmatzte und grunzte es. Zu kriegen waren die schlauen Schwarzkittel aber nur selten.


Meine Hunde

Seit meine Frau und ich verheiratet sind und einen eigenen Hausstand haben, gehören auch Hunde zur Familie. Insgesamt bisher 5 Dackel, zwei Große Münsterländer und Finni, die Finnische Bracke vom Bild ganz oben. Die Bilder hier sind etwas unzulänglich, wweil ich sie erst einmal ganz einfach mit der Digitalkamera freihändig von Dias abfotografiert habe. Demnächst nutze ich wieder meinen Diascanner. Aber einen ersten Eindruck vermitteln sie schon. Jagen ohne Hund ist ein NoGo. Oder, wie rechte Jäger sagen: Jagd ohne Hund ist Schund.


Als wir 1981 unsere Hunde zur Jagdeignungsprüfung führten, war auch Claudia Schmidt mit ihrer Anka, einer Große Münsterländer-Hündin dabei. Es war eine Zeit vor der und in der ich mich intensiv mit der Hundeausbildung befasste. Ich konnte noch nicht allzu viel, wusste aber eigentlich schon alles, weil ich alle Ausbildungsbücher für jagdhunde in mich hineingefresen hatte. Mein John Chamavia stand damals kurz vor der HZP und war schon ziemlich gut ausgebildet. Bei der Jagd-Eignungsprüfung wollten wir uns noch ein wenig Schliff holen. Zusammen mit Claudia und ihrer Anka fotografierte mein Freund Bodo Schermuly damals eine ganze Serie von Ausbildungsbildern, die eigentlich für ein Kursbuch gedacht waren. Leider wurde daraus nichts. Die Bilder liegen noch heute im Archiv. Sie sind aber auch weiterhin so aktuell, dass ich den Kurs hier auf der Seite posten werde.

Natur

Wenn die Ebereschen reifen erreicht die Feistzeit ihren Höhepunkt. Kurz danach beginnt die Brunft. Das musste ich erst einmal lernen. Im Vertrauen, dass ‚meine‘ vielen Hirsche nach der Feistzeit im Revier bleiben, habe ich die Jagd auf einen von ihnen nach hinten verschoben. Schon im ersten Pachtjahr musste ich aber erfahren, dass pünktlich Mitte September mein Revier hirschfrei war. Ich konnte sie dann nur noch auf der anderen Teilseite in den weiten Wäldern des östlichen Taunus verhören. War aber auch spannend.

Outdoor

Meine Outdoorerlebnisse werden kleiner. Wo es früher noch über Stock und Stein ging, wo die Dickungen bei Treibjagden gar nicht dicht genug sein konnten, geht es heute nicht mehr über Stock und Stein, sondern mit Stock über Stein. Macht aber nichts. Was ich jetzt nicht mehr so erleben kann, kann ich abererzählen.