Jagd-Hund-Natur

Eine schöne Erinnerung
An die 60 Jahre ist sie jetzt alt, die hohe Kanzel im Gemeindewald. In den sechziger und siebziger Jahren war das heute dreigeteilte, damals noch über 1200 ha große Hochwildrevier an Genschow/GeCo, ein Tochterunternehmen von Dynamit Nobel, verpachtet. Um 1970 wurde die Kanzel gebaut. Mit einer Bodenhöhe von ca. 7 Metern war sie so hoch, dass man von ihr weit über die damals noch jungen Buchen hinwegsehen konnte. Wegen ihrer außergewöhnlichen Lage und guter Jagdaussichten war sie so eine Art Vorstandssitz. Baulich ist sie eine H-Kanzel.

Ich hatte schon immer im Hinterkopf, all das was ich in der Jagd erlebt und erfahren habe, in einem kleinen Praxisbuch zur Jagd zusammenzufassen. Wie genau das aussehen sollte, wusste ich nicht so recht. So langsam kriegt die Idee eine Form. und ein Format. Persönlich ist mir das Querformat sympathischer, für die Verwendung als E-Book ist aber das Hochformat geeigneter.

Um einen Eindruck von den unterschiedlichen Formaten zu bekommen, habe ich mal den Versuch gemacht, die Renovierung einer Kanzel auf zwei Buchseiten unterzubringen und sowohl im Querformat wie auch im Hochformat darzustellen. Es ist schon recht gut gelungen.

Wenn ihr eine Kanzel in eurem Revier saniert, müsst ihr auf die gesetzlichen Bestimmungen, auf Sicherheit und sicheres Material achten. Die Tipps sind praxisnah und bewährt. Ich habe auf die beschriebene Art und Weise in meinem früheren Revier etliche Kanzeln, die nicht mehr sicher zu begehen waren, wieder sicher bezieh- und benutzbar gemacht. Darunter auch 10-Meter-Kanzeln.

Alternativ zum Querformat habe ich die Seiten noch einmal im Hochformat angelegt. Das ist zwar auf dem Bildschirm nicht so angenehm, kann aber dann von Vorteil sein, wenn aus der Sammlung einzelner Themen mal ein E-Book zur Jagdpraxis wird.

Alte Kanzeln sanieren

Es ist ein durchaus realistischer Gedanke, alte Kanzeln zu sanieren, statt sie abzureißen oder durch neue zu ersetzen. Die Kanzel hier hat allerdings ihre Bedeutung verloren, weil die Jungbuchen inzwischen so hoch gewachsen sind, dass sie jede Aussicht versperren. Hätte allerdings von 30 Jahren, als die Schneisen in den Jungbuchenbestand gefräst wurden, einer daran gedacht, vor der Kanzel einen Krähenfuß mit drei oder vier Sicht- und Jagdschneisen anzulegen, wäre sie die Top-Kanzel der letzten Jahrzehnte geworden und hätte maßgeblich zu geringeren Verbissschäden beigetragen.

Die Kanzel-Sanierung ist relativ einfach.

Wir stabilisieren die 4 Standstützen im Fußbereich mit kräftigen Hölzern, die wir mit Schrauben aus Gewindestangen im gesunden Holze der Standstangen fest verschrauben. Die Seit-Stützen werden ebenfalls mit neuen Hölzern, die angeschraubt oder 160er/180er Nägeln angenagelt werden, stabilisiert. Schon steht die Kanzel wieder stabil. Als nächstes bauen wir eine neue Leiter, möglichst mit Innenholm in der Mitte. Die legen wir über die alte Leiter an die Kanzel an. Weil ich meist allein gearbeitet habe, habe ich die 3 Stangen auf die alte Leiter gelegt und die Leiter Sprosse um Sprosse nach oben genagelt. Liegt die Leiter sicher an, schneiden wir die alte Leiter unter der neuen Leiter weg. Mit den modernen Akku-Werkzeugen geht das sicher und einfach. Jetzt können wir uns den Kanzelaufbau ansehen. So lange das Dach noch dicht ist, dürfte der noch gut in Ordnung sein. Wenn nicht, ziehe wir einen neuen Boden und eine Brüstung ein. Schon ist die Kanzel fertig für den Ansitz.

Solle das Dach defekt sein, legen wir neue Bitumen-Platten auf das alte Dach, 3-4 Dachlatten obendrüber. Wir verschrauben die Platten und die darauf liegenden Dachlatten von unten vom sicheren Kanzelboden aus mit der ursprünglichen Dachkonstruktion. Die 4 oben aufliegenden Dachlatten halten zusammen mit den Schrauben die neuen Platten bombenfest. Vor allem muss keiner mühsam aufs Dach steigen . Absolut sicher!

Ich habe in meinem früheren Revier etliche Kanzeln, darunter auch sehr hohe Kanzeln, die nicht mehr begehbar waren, wieder zu sicheren Kanzeln hergerichtet. Um sie auf feste Füße und wieder in die Waage zu stellen, habe ich dazu 5cm-weise die Standstangen und Stützstangen am Boden bis zum gesunden Holz runtergeschnitten. Ganz allein und ohne jede fremde Hilfe.

Bleibt auf den Wegen

Wer mit Hund und Spazierstock feste Wege im Revier begeht, weiß bald sehr genau, wer und was sich im Revier aufhält und bewegt. Ganz wichtig: Niemals die Wege verlassen, niemals in den Beständen herumpirschen. Ein alter Forstmann und Jagdfreund, der mir schon früh zu meinem Ia-Hirsch verhalf, hat mich das gelehrt.

Um sich ein Bild über das Wild im Revier machen zu können., ist es wichtig, sein Revier regelmäßig zu Fuß abtzugehen. Dabei halten wir uns konsequent an die Wege, die auch von Spaziergängern genutzt werden. So stören wir am wenigsten. Wer durch die Bestände pirscht, darf sich nicht wundern, wenn sein Wild immer heimlicher und seltener wird,
Ein Revier ist schneller leergepirscht als leergeschossen !!!

Kreisen ist eine hilfreiche Methode, Wild im Revier festzustellen. Beim Kreisen bleibt man so weit wie möglich weg von den möglichen Einstände. Wie oft wurde ich zu Jagden eingeladen, bei denen man schon beim Angehen sehen konnte, dass da zu dicht gekreist wurde und die Sauen längst über alle Berge waren. Also, so weit wie möglich Abstand halten. !

Mit gehörigem Abstand kann man kreisen oder auch nur ein paar wichtige Schnittlinien im Revier laufen bzw. auch mal fahren. Mit dem Smartphone könnt ihr dann Teile des Weges und die Fährten aufzeichnen. Das hilft bei der Vorbereitung der dann folgenden Jagd. Mit einem Stift lassen sich Daten in die Fotos eintragen. Das ist eine perfekte Hilfe, sein Revier kennenzulernen und sein Wild und dessen Gewohnheiten zu verstehen. WH, 21.01.23

Am 19. Januar hat es bei uns zwei Zentimeter geschneit. Über Nacht fiel kein Schnee mehr. An den Norhängen und in den Höhenlagen über 300 Metern blieb der Schnee liegen. Heute Mittag bin ich mit meinem jungen Dackel einen knapp 1 km langen Waldweg hin und zurück gelaufen. Der Weg eignet sich perfekt als Spürbahn. Neben zwei Rehen und einem Fuchs könnten wir drei Hirsche fährten. Zwei schon recht nahe der Straße, einen Steinwurf weiter ein Dritter. Alle drei sind spät am Morgen oder auch erst am Vormittag zurückgewechselt. Zwei zusammen und einer allein. So wie sie auch in der Nacht den Weg kreuzten.


Morgens duften die Fährten und Spuren auf den Wegen noch von der Nacht. Da gibt es für einen Hund viel zu riechen. Ein alter försterlicher Freund hat mich gelehrt: Man muss seinem Wild nicht nachsteigen. Es reicht, wie ein einfacher Spaziergänger den Wegen zu folgen. Aufmerksame Augen sehen dann, was und wer sich im Revier bewegt.

Ursprünglich wollte ich ja eine umfassende WebSite über die Jagd verfassen. Die Internetadressen dafür hatte ich schon und die WebSite war auch schon angefangen. Ich habe aber davon Abstand genommen, weil es dazu eine ganze Redaktion braucht. Das wollte ich nicht. Deshalb beschränke ich mich darauf, meine Erfahrungen rund um die Jagd in Form eines Manuals, eine E-Books zu verfassen. Das kann ich alleine. Heute hat es draußen so anhaltend geregnet, dass ich mir die Zeit genommen habe, mal zwei Innen-Seiten eines solchen zukünftigen Manuals zu entwerfen. Ich bin schon ganz zufrieden. In den letzten Dezembertagen werden die ersten Seiten fertig. Wolfgang Heller, 23. 12. 22

Die ersten zwei Testseiten des Manuals zur Jagd:

Das war mal das Herz meines früheren Reviers. Vor 20 Jahren waren die Fichten noch niedriger und gesund. Es war der feste Einstand von einer Handvoll Hirschen. Die Sauen schätzten die Kombination von Ruhe, Undurchdringlichkeit und Suhlen. Hier war die Geburtsstation für viele Sauen, von denen die Nachbarreviere zehrten. In ein paar Jahren wird sich hier ein fast undurchdringlicher Aufwuchs entwickeln. Dann gibt’s wieder Sauen.

Zwei Wechsel: Links ein Hochwildwechsel und rechts ein Niederwildwechsel. Auf dem linken Bild erkennen wir eine Abfolge von Tritten im Abstand von 50-60 cm. Trittbreite und Schränkung weisen den Hirsch aus. Wenn man der Fährte noch weiter folgen würde, könte man Alter und Gewicht recht genau bestimmen. Das rechte Bild zeigt eine Vielzahl kleiner Spuren, die alle im Unland enden. Spuren und Verlauf sprechen für Has‘ und Fuchs.

Winterspaziergang mit Hund
Seit gut einem Monat begleitet mich unsere neue Biene auf meinen Spaziergängen. Allerdings sind das noch sehr kurze Gänge. Nach 300 Schritten, spätestens nach 500 Schritten drängt sie darauf, zurück zum Auto zu gehen. Ich habe unterwegs ein paar Aufnahmen mit dem Handy gemacht, als vielleicht 200 Meter vor uns ein Rudel Rotwild den Weg kreuzte. Ich weiß, dass in so einem Rudel auch die schwächeren Hirsche mitlaufen. Allerdings konnte ich kein Geweih ausmachen. Erst zu Hause am Monitor in der Vergrößerung zeigte das Handyfoto, dass am Ende des Rudels vermutlich ein Achter-Hirsch, wenn nicht schon ein gerader oder ungerader junger Zehner mitlief.


Am 12,12.22 bin ich beim Zappen am Fernseher beim Sender 3 SAT auf den Film “ Wild – Jäger und Sammler “ in Graubünden gestoßen. Ich war so beeindruckt von den Bildern, den Stimmungen, der Landschaft, dass ich die Fernbedienung zur Seite gelegt habe und den Film zu Ende anschaute.

Wild – Jäger und Sammler

Jagd fasziniert, polarisiert und weckt starke Gefühle. Der Dokumentar-filmer, Jäger und Forstingenieur Mario Theus beleuchtet aus unterschied-lichen Perspektiven das Wesen der Jagd.

https://www.3sat.de/film/dokumentarfilmzeit/wild—jaeger-und-sammler-100.html

Wild – Jäger und Sammler – 3sat-Mediathek

Der Schweizer Forstingenieur und Filmemacher Mario Theuss begleitet während der Jagdsaison einen Jäger, eine Wildhüterin und einen ehemaligen Wilderer, der sein Gewehr gegen die Filmkamera eingetauscht hat.

Schauplatz ist die bildgewaltige Gebirgsnatur der Alpen mit ihren imposanten Landschaften und Wildtieren.

Alle Protagonisten teilen sehr ursprüngliche Motivationen: das Jagdfieber, den Jagdinstinkt und die Sehnsucht nach dem Leben als Jäger und Sammler. Sie besitzen ein großes Wissen über die Natur, über Berg und Tal und über die Aufenthaltsorte der Wildtiere. Dazu beherrschen sie auch die nötigen praktischen Fähigkeiten wie Pirschen, Warten, Sehen, Riechen und das Hören kleinster Details.

Die Jagd ist eine der ältesten Kulturtechniken der Welt. Und sie ist nicht bloß eine Urform der Nahrungsbeschaffung: Sie schafft eine tiefe Verbundenheit zur Natur über Generationen hinweg. Mario Theus war sechs Jahre alt, als er seinen Vater zum ersten Mal auf der Jagd begleiten durfte. Die Wildhüterin Pirmina Caminada nimmt ihre Tochter Angela regelmäßig mit in die Berge und gibt ihr das Wissen der Vorfahren über Landschaft und Tiere weiter. Als Bergbauer und Jäger werden Andreas Käslin und seiner Familie das Werden und Vergehen der Natur ständig vor Augen geführt. So zeigt der Dokumentarfilm auch, wie Kinder die Jagd hautnah miterleben und dabei ganz selbstverständlich mit den großen philosophischen Fragen von Leben und Sterben konfrontiert werden. Er fordert zum Nachdenken über den Umgang mit der Natur und die Widersprüche des Fleischkonsums auf.

Zwei weitere sehenswerte Videos zur Gebirgsjagd – von Servus TV

Zwei faszinierende Blicke auf die Gebirgsjagd. Absolut sehenswert.

Auch hier bin ich zufällig auf diese großartigen Videos von der Jagd in den Bergen gestoßen. Sie brauchen nicht viel Erklärung, sie fesseln mit ihren großartigen Aufnahmen und der Darstellung der Jagd von der 1. Minute an.

Die Gebirgsjagd – Die letzte Freiheit (1/2) – ServusTV

Der 2. Teil beschreibt die Jagd in einem abgelegenen Seitental von Bad Gastein. Beieindruckend die großartigen Aufnahmen, beeindruckend die Einstellung und Haltung zur Jagd und die Mühen beim Bergen des Wildes.

Die Gebirgsjagd – Die letzte Freiheit (2/2) – ServusTV